Weltreise - Kündigung, Freistellung, Sabbatical

Kündigung, Freistellung oder Sabbatical

Was wird aus meinem Job?

Die Entscheidung ist gefallen, der Traum der Weltreise soll wahr werden. Eine Reise um den Globus, auf in neue Kulturen, neue Abenteuer.

Viele Weltreisende nutzen beispielsweise die Zeit nach dem Studium für eine Reise, bevor der Arbeitsalltag einen anschließend einnimmt. Doch was soll man tun, wenn man in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis steckt und man sich in seinem Job eigentlich auch wohlfühlt? Soll man den Job wirklich für eine Weltreise kündigen, oder gibt es vielleicht noch weitere Möglichkeiten?

 

Sicherlich ist die Beantwortung dieser Fragen insbesondere davon abhängig, wie lange man die Welt bereisen möchte. Hat man im Vorfeld womöglich Zweifel und möchte zunächst nur wenige Monate die Welt "beschnuppern", dann ist die Kündigung eines sicheren und gut bezahlten Jobs sicherlich die schlechtere Variante. In einem Gespräch mit seinem Chef tun sich in diesem Fall bestimmt andere Möglichkeiten auf. Hat man allerdings vor für ein Jahr oder länger, oder womöglich gar für ungewisse Dauer auf Weltreise zu gehen, für den kann die Kündigung die beste Lösung darstellen. Welche Optionen es grundsätzlich gibt liest ihr nachstehend.


die Optionen für eine Auszeit

Bei jedem der sich in einem Arbeitsverhältnis befindet, wird die Situation anderweitig aussehen. Wir waren in unseren Jobs absolut zufrieden und glücklich, hatten spannende und vielseitige Aufgabengebiete, nette Kollegen und beide auch einen sehr sicheren Job. Daher fiel uns die Entscheidung eine Auszeit von unseren Jobs zu nehmen, alles andere als einfach. Wer in seinem Job unzufrieden ist und seine Stelle sowieso mal wechseln wollte, dem fällt die Entscheidung für die Kündigung sicherlich leichter. Doch welche Optionen gibt es denn genau und was ist eigentlich ein klassisches Sabbatical?

Sabbatical

Der aus dem Englischen kommende Begriff "Sabbatical" stammt ursprünglich aus der Bibel und vom hebräischen „Sabbat“, wonach in jedem siebten Jahr eine Atempause für Äcker und Ackernde geben soll. 

Das Sabbatical ist aus den USA nach Europa übergeschwappt, wo mittlerweile viele Unternehmen ihren Arbeitnehmern anbieten, eine Auszeit für eine gewisse Dauer (in der Regel 3 bis 12 Monate) zu nehmen. Überwiegend wird ein Sabbatical in den folgenden Modellen angeboten. 

 

Sabbatical durch Überstunden

In einem bestimmten Zeitraum werden unbezahlte Überstunden angespart. Der Arbeitnehmer kann dann in einer ruhigeren Phase die angesparten Stunden in Form eines Sabbaticals abbauen.

 

Sabbatical durch Verzicht auf Gehalt

Eine weitere Form des Sabbatical ist es, in einem längerfristigen Zeitraum auf einen Teil seines Entgelts zu verzichten. So sehen klassische Modelle beispielsweise vor, dass ein Arbeitnehmer 2 Jahre für nur zwei Drittel seines Gehalts arbeiten kann und anschließend ein Jahr zu Hause bleiben kann. Im dritten Jahr werden in diesem Fall weiterhin zwei Drittel des Gehalts an den Arbeitnehmer bezahlt. 

 

Der größte Vorteil des Sabbaticals ist der, dass ein Teil des üblichen Gehalts auch während der beruflichen Auszeit an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird, inklusive aller Sozialversicherungsbeiträge (Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung). Dennoch darf man auch in diesem Fall nicht den Abschluss einer obligatorischen Auslandskrankenversicherung versäumen. 

 

Beim Sabbatical lässt sich der Traum der Weltreise leider nicht kurzfristig wahr werden lassen. Für die oben beschrieben Modelle bedarf es einer Ansparphase die sich über ein Jahr oder länger erstreckt. Wenn das Sabbatical dennoch eine Option für euch darstellt, dann sprecht mit eurem Arbeitgeber darüber, womöglich werden derartige Modelle bei euch angeboten - bei unseren Arbeitgebern war das nicht der Fall.

Freistellung

Eine weitere Option sich freie Zeit zur Weltreise zu verschaffen ist die unbezahlte Freistellung. Vielleicht kannst du für die Dauer deiner geplanten Weltreise unbezahlten Urlaub machen und anschließend einfach wieder in deinem bisherigen Job weiterarbeiten?

Die unbezahlte Freistellung ist im Gegensatz zum klassischen Sabbatical kurzfristig möglich. Allerdings bekommt man währenddessen natürlich kein Gehalt ausbezahlt und muss damit auch etwaig fällige Sozialversicherungsbeiträge aus eigener Tasche bezahlen. 

Kündigung

Einen sicheren und gut bezahlten Job für eine Reise ins Ungewisse aufgeben? Bei manchem wird dieser Schritt womöglich Unverständnis hervorrufen. Aus unserer Sicht ist es der Schritt, der alles verändert und Großes erst möglich macht. Die Kündigung ist der Weg zur absoluten Freiheit, zur Reise ohne zeitliches Limit. Wir haben unsere Jobs gekündigt und sind davon überzeugt, dass es der richtige Schritt war!

 

Vielleicht wird man später keinen derart gut bezahlten Job mehr finden, oder man findet womöglich überhaupt keine Arbeit mehr? Klar ist das die Option, die mit dem größten Risiko verbunden ist. Aber mal ehrlich, wir befinden uns aktuell in Zeiten der Vollbeschäftigung. Vermutlich war es in der Vergangenheit selten dermaßen aussichtsreich einen neuen Arbeitgeber zu finden wie heute. Mag durchaus sein, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden ein, zwei Jahren verschlechtert und wir im schlimmsten Fall nach unserer Heimkehr zunächst keinen Job finden. Das wäre dann allerdings der absolute "worst Case", welcher hoffentlich nicht eintritt.

Womöglich kommt man sogar wieder bei seinem bisherigen Arbeitgeber, in ähnlicher oder anderer Funktion, wieder unter. Vielleicht öffnen sich aber auch ganz andere Türen?

 

Aktuell verschwenden wir keinen einzigen Gedanken daran, was danach kommt. Wir werden nun einfach unseren Traum leben und alles andere hinten anstellen. Das Leben genießen und das Ende unserer Reise selbst bestimmen - absolut frei!

 

Unabhängig davon welche Entscheidung man für sich selbst trifft, wir können nur raten sich frühzeitig mit seinem Chef auszutauschen, mit offenen Karten zu spielen und mögliche Optionen zu besprechen.


vertragliche Regelungen und Kündigungsfristen

unsere Ausgangssituation

Habt ihr eure Kündigungsfristen unmittelbar parat?

Wenn eure Antwort darauf "Nein" lautet - herzlich willkommen im Club. Auch wir mussten erst mal einen Blick in unsere aktuellen Arbeitsverträge werfen. 

 

In meinem (Christin's) Arbeitsvertrag fand sich ein Verweis auf die gesetzlichen Kündigungsfristen, welche in § 622 BGB geregelt sind. Bei den gesetzlichen Kündigungsfristen beträgt die Frist für Arbeitnehmer vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Bei einer Beschäftigungsdauer von knapp 10 Jahren definitiv sehr arbeitnehmerfreundlich.

 

In Mike's Arbeitsvertrag fand sich hinsichtlich der Kündigungsfrist ein Verweis auf den Tarifvertrag, maßgeblich sind in diesem Fall also nicht die gesetzlichen, sondern die tarifvertraglichen Kündigungsfristen. Diese Fristen gehen bei weitem über die gesetzliche Regelungen hinaus, das heißt die Frist ist in diesem Fall deutlich länger.

Der Tarifvertrag sieht vor, dass bei einem Beschäftigungsverhältnis von mehr als 10 Jahren, eine Kündigung mit einer Frist von 6 Monaten zum Quartalsende vorgenommen werden kann. Bis zum 30.09.2018 musste meine Kündigung also schriftlich beim Arbeitgeber vorliegen.

 

Wenn man sich dazu entschließt zu kündigen, dann sollte der Blick in den Arbeitsvertrag der erste Schritt sein. Teilweise lassen die Regelungen auch gewissen Interpretationsspielraum zu. Sollte das der Fall sein, dann sollte man sich nicht scheuen, die Regelung beispielsweise beim Personalbereich zu hinterfragen. 


Kündigungsschreiben

Kündigungsknigge #1 - Kündigung richtig formulieren

Nachdem ich (Mike) meinen Chef wenige Tage zuvor über meine Entscheidung informiert habe, stand der offizielle Part bevor. In aller Regel muss eine Kündigung eines Arbeitsvertrags nämlich schriftlich erfolgen. Wichtig ist also, dass man mit der schriftlichen Kündigung die Kündigungsfrist einhält - unabhängig davon wann Ihr euren Chef über die Kündigung informiert habt. Wie man ein Kündigungsschreiben formulieren kann, haben wir hier exemplarisch für euch dargestellt.

Weltreise - Kündigungsschreiben Arbeitsverhältnis

Kurz und knackig, damit ist alles was wichtig ist gesagt und der offizielle Part ist damit erledigt. Das Abenteuer Weltreise kann kommen!

 


interne Kommunikation

Kündigungsknigge #2 - Information der Kollegen und Abschied

Die ersten Schritte sind getan. Man hat sich mit seinem Chef besprochen und sein Sabbatical, seine Freistellung, oder Kündigung beschlossen.

Wenn Ihr euch in eurem Arbeitsumfeld wohl fühlt, dann sollte es euch auch ein Anliegen sein, eure Kolleginnen und Kollegen persönlich über eure Entscheidung zu informieren. 

Vielleicht habt Ihr einen entsprechenden Team Jour Fix? Der bietet die perfekte Gelegenheit alle gleichzeitig über euer Vorhaben aufzuklären. Bei mir (Mike) war das der Fall und ich konnte unser gesamtes Team über meine Entscheidung informieren. Christin hat Ihre engen Kolleginnen und Kollegen einfach nach dem Gespräch mit Ihrer Chefin aufgesucht und sich so geoutet.

 

Wenn Ihr euch über den weiteren Kontakt mit euren Kolleginnen und Kollegen freut, dann könnt ihr am letzten Arbeitstag eine interne Abschieds-Mail verschicken und dort eine private Mail-Adresse angeben. Am letzten Arbeitstag ist ein Ausstand außerdem eine gute Möglichkeit, um beim alten Arbeitgeber positiv in Erinnerung zu bleiben.

Hier geht's zum nächsten Artikel ->02 - Agentur für Arbeit



Unser Blog gefällt euch und Ihr wollt uns unterstützen?

Dann nutzt für künftige Bestellungen über Amazon ganz einfach diesen Link!

Wenn Ihr darüber einkauft (egal was), kostet euch das keinen Cent mehr, wir erhalten dann aber eine kleine Provision, die wir wiederum in den Blog investieren können. Den Link könnt Ihr auch gerne als Lesezeichen für künftige Bestellungen in eurem Browser speichern.

Für eure Unterstützung tausend Dank!

Kommentare: 0